Burning Boots goes Barcelona

oder … wenn die Burning Boots vereisen, gibt es viel zu erzählen…..:

Als wir im Jahr 2008 die ersten Tanzchoreographien von David Villellas aus Barcelona gesehen haben stand für uns fest - wir wollen nicht nur seine Tänze lernen sondern ihn und seine Freunde von "Out of control" auch persönlich kennenlernen....!

 

Im Frühjahr 2010 war es endlich soweit - David, Edu, Adolfo, Anna, Julia, Laura, Angi und Lidia waren unserer Einladung gefolgt und besuchten uns in Nassereith/Tirol. Im Rahmen unseres Benefiz-Zeltfestes zeigten die sympathischen Spanier dann ihr Können und begeisterten uns und alle Festbesucher mit ihren flotten und anspruchsvollen Tanzchoreographien.

Als wir schließlich eine Gegeneinladung erhielten, machten wir uns sofort an die Planung dieses Ausfluges nach Barcelona...!

 

Tag 1:

Am 03. September 2010 war es endlich soweit - 17 Mitglieder der Burning Boots aus Nassereith packten ihre Westernboots, Jeans, Hut und Weste ein und machten sich auf den Weg, dieses kleine Abenteuer auf sich zu nehmen.

Pünktlich um 16:20 Uhr startete unser Flugzeug vom Flughafen Memmingen, sodass wir unser Ziel (Airport Girona) um 18:00 Uhr erreichten. Auch die Übernahme der bereits bestellten Mietwagen klappte ohne Probleme und so konnten wir die Fahrt zu unserem Hotel in Santa Susana (an der Costa del Maresme gelegen) genießen und bereits die ersten schönen Eindrücke sammeln.

Da wir im Vorfeld ja bereits die Zimmereinteilung vorgenommen hatten, war auch der Bezug der Zimmer in kurzer Zeit erledigt. Hotelbewertung: 6. Stock - hui 5. Stock – pfui (oder so….)!

Nächster Treffpunkt: Hotelbar…….! Das gemeinsame Abendessen konnten wir bei 28 Grad, unter Palmen und toller Musik genießen. Zu unserer großen Überraschung: Linedance ist hier sehr verbreitet – bei jeder Abendunterhaltung mit Livemusik finden sich zahlreiche Linedancer, die auch uns bekannte Tanzchoreographien in ihrem Repertoire haben. Nach einem mitternächtlichen Barbesuch – natürlich wieder unter Palmen und dem Rauschen des Meeres im Hintergrund – holten einige Burning Boots den versäumten Schlaf nach – die „Niemalsmüden“ zogen es vor, das Nachtleben der Bademetropole zu erforschen.

Die Nacht verlief dann fast ruhig – die Glücklichen unter uns konnten sich über eine funktionierende Klimaanlage bei angenehmer Zimmertemperatur freuen – die weniger Glücklichen mussten bei 30 Grad schwitzen, schwitzen, schwitzen….sssssssssssßßßßßßßßssss und nochmals schwitzen!

 

Tag 2:

Der zweite Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel, bevor wir dann zu unserer Besichtigungstour nach Barcelona starteten. Nach einem kurzen Fußmarsch lösten wir die Fahrkarten (fotografieren des Fahrkartenschalters löste hier beinahe eine Terrorwarnung aus) und fuhren mit dem Zug entlang der Küste in die katalanische Hauptstadt. Da es so viel zu sehen gab, verging die Fahrt wie im Flug – unsere Endstation: Placa de catalunya im Zentrum von Barcelona!

Damit wir auch nicht als gewöhnliche Touristen zu erkennen waren, versteckten wir uns in einem der unzähligen – „Oben-ohne City Busse“ – und ließen uns vom Flair der Metropole berauschen. Bei herrlichem Sonnenschein (32 Grad) fuhren wir kreuz und quer durch die Stadt (Besichtigungstour grün, orange, rot, blau, schwarz…..) damit wir auch keine der Sehenswürdigkeit verpassen. Am späteren Nachmittag trennte sich unsere Gruppe und jeder konnte individuell die Stadtbesichtigung fortsetzen. Einige besuchten das berühmte „Hardrock Cafe“, einige flanierten durch die „La Rambla“ (Promenade) und ließen sich von den vielen Straßenkünstlern beeindrucken, andere besichtigten den modernen Jachthafen der Stadt oder verbrachten die Zeit in einem der vielen schönen Straßencafes.

Eine wunderschöne Stadtbesichtigung ging langsam zu Ende und so trafen gegen ca. 21:30 Uhr die letzten in unserem Hotel in Santa Susana wieder ein. Gerade noch genügend Zeit um sich ein wenig frisch zu machen und das eigentliche Highlight unseres Ausfluges zu starten – der Besuch unserer Tanzfreunde aus Barcelona im bekannten Countryclub „Kansas“!

Ausgerüstet mit den besten Navigationsgeräten machten wir uns mit den Mietautos auf den Weg nach Mollet, einer kleineren Stadt in der Nähe von Barcelona. Die Suche des Countryclubs gestaltete sich dann doch etwas abenteuerlich – offensichtlich wird dieser Geheimtipp nur Eingeweihten verraten – aber nach einem kleinen Fußmarsch durch "ursprünglichem" spanischen Boden waren wir echt froh, das Eingangsschild „KANSAS“ endlich zu erblicken.

Obwohl bereits Mitternacht – war der Zeitpunkt unseres Eintreffens gerade richtig – Anna, David, Edu und die anderen waren ebenfalls gerade eingetroffen und begrüßten uns bereits an der Eingangstüre ganz herzlich. Nach einem freundschaftlichen „Smalltalk“ – es gab ja einiges zu erzählen - wurden wir in den Tanzclub eingeladen und über den weiteren Verlauf der Nacht informiert. Am Eingang überreichte man jedem von uns einen bedruckten Handzettel, auf welchem sich 10 Zahlen befanden. Wofür dieser gut war, erfuhren wir dann etwas später. Zu unserem großen Erstaunen war der Tanzabend (es war ja bereits nach Mitternacht) gerade erst gestartet und Edu erklärte uns, dass in Spanien die Tanzabende üblicherweise erst zu späterer Stunde beginnen – dafür aber bis in die Morgenstunden durchgehalten wird.

David Villellas, im Countryclub Kansas wohl nicht nur begehrter Choreograph und Tanztrainer sondern auch Entertainer und Gastgeber, führte durch das Programm und begrüßte die Burning Boots nun auch nochmals ganz offiziell im Tanzclub. Er informierte die Anwesenden über die näheren Hintergründe unserer Bekanntschaft, über den Besuch von „Out of control“ in Tirol (Benefiz-Zeltfest Nassereith) und seine Einladung zum heutigen Gegenbesuch. Mit einem herzlichen Applaus wurden wir von den anwesenden Linedancern empfangen und hatten sofort das Gefühl auch willkommen zu sein.

Es dauerte nicht lange und die ersten bekannten Songs wurden aufgelegt und wir durften die uns bekannten Choreographien wie „Magazin“, Don´t smoke“, „Hey pops“, „Infintiy“ usw. im Kreise unserer spanischen Freunde mittanzen. Wir waren auch etwas beeindruckt, dass die bei uns als anspruchsvoll und vom Tempo her auch schwierig angesehenen Tänze von allen dort anwesenden Linedancern scheinbar mühelos mitgetanzt werden konnten.

Dann endlich folgte der erste Workshop von David Villellas und wir waren gespannt, ob wir es schaffen, den Tanz - trotz spanischer Ansagen – zu erlernen. Linedance ist tatsächlich INTERNATIONAL – ein „Coaster Step“ auch in Spanien ein „Coaster Step“ und bei den weniger bekannten Schritten, waren uns die spanischen MittänzerInnen behilflich (..wir ließen uns gerne helfen…. )! Auch beim Einlernen der Tänze zeigen die Spanier ein hohes Tempo und nach kurzer theoretischer Erklärung folgte sofort der Tanz mit Musik. Hier wurde zuerst eine langsamere Melodie gewählt und erst beim zweiten Durchgang dann die schnelle Originalmusik verwendet. Nach einer kurzen Tanzpause (zur Stärkung aller Anwesenden an der Theke) dann noch ein zweiter Workshop mit David Villellas. Auch der zweite Tanz war sehr anspruchsvoll – dieses Mal keine „Eigenproduktion“ von David sondern die brandneue Choreographie von Séverine Fillion aus Frankreich „Even if it kills me“ (uns bereits bekannt durch den Tanz „In the whiskey“).

Auch dieser Tanz wurde von David ganz toll erklärt, sodass wir bereits nach kurzer Zeit zum Originalsong mittanzen konnten. Nach einer weiteren Rast an der Bar stellten wir schließlich fest, dass die Temperaturen vor dem Countryclub bei fast 25 Grad wesentlich verträglicher waren als auf der Tanzfläche (dem Schweißverlust nach.,..)!

Einige Zeit später wurden wir von Lidia zurück in das Tanzlokal gerufen, denn es stand der nächste Programmpunkt an…. eine Verlosung von Sachpreisen – Bingo auf spanische Art! Uns wurde erklärt, dass dies bei den div. Tanzabenden so üblich wäre und wir nun die uns beim Eingang überreichten Handzettel hervorholen sollten.

Aus einem Behältnis wurden verschiedene Zahlen gezogen und Zufall oder nicht – die ersten drei Preise gingen an die „Burning Boots“. Wir freuten uns sehr über die Sachpreise – besonders das Original T-Shirt vom „Kansas“ Countryclub war uns sehr willkommen, zumal wir bereits einige Tage auf der Suche nach einem passenden „Mitbringsel“ von unserem Wochenendtripp nach Barcelona waren. Nachdem wir unseren Freunden aus Barcelona erklärt hatten, dass dieses T-Shirt einen ganz besonderen Platz in unserem neuen Vereinslokal finden wird, erklärten sich diese gerne bereit, das T-Shirt zu signieren (Danke an Daniela).

Mittlerweile war es bereits 02:30 Uhr geworden und wir wurden von David, Edu und den anderen gebeten, einen Tanz auf der Bühne vorzuzeigen. Rein zufällig ( echt war..!) haben wir vor unserem Abflug nach Barcelona noch eine neue Tanzchoreographie eingelernt und so kamen wir dieser Bitte sehr gerne nach. Wir übergaben dem DJ die Musik (die wir auch zufällig mit dabei hatten…) und so konnte unser Kurzauftritt im Kansas – Countryclub starten. Trotz später Stunde versuchten wir uns nochmals zu konzentrieren und so gelang es uns zu zeigen, dass wir auch in Tirol in der Lage sind, temporeiche und anspruchsvolle Choreographien zu tanzen. Nach einem herzlichen Applaus wurden wir von Edu, David und den anderen an die Bar eingeladen, wo wir dann alle gemeinsam mit verschiedenfarbigen Drinks nochmals auf diesen gelungenen Tanzabend angestoßen haben.

Trotz toller Stimmung, cooler Countrymusik, sympathischen Linedancern und geheimnisvoller Drinks mussten wir schließlich am Wendepunkt zu „spät in der Nacht“ und „zeitig in der Früh“ die Heimreise nach Santa Susanna antreten.

Nach einer herzlichen Verabschiedung machten wir uns auf den Weg in unser Hotel – dort angekommen gab es „nur“ mehr Nachtruhe, da die Hotelbar noch nicht geöffnet hatte.

 

Tag 3:

Der Sonntag unserer Reise war (in wohlweislicher Voraussicht der Nacht….) zum Relaxen und Ausspannen reserviert. Für zwei unserer Mitglieder („Kindergartentanten“) hieß es bereits heute Abschied nehmen – mit dem Mietauto ging es am Vormittag zum Flughafen Gerona – um die Heimreise anzutreten.

Unter dem Motto „Badetag an der Costa del Maresme“ verbrachte der Rest der Gruppe den Sonntag bei ca. 32 Grad (im Schatten) am Pool oder am wunderschönen, kilometerlangen Sandstrand von Santa Susanna.

Nachdem im Laufe des Tages auch die „Lebensgeister“ wieder in uns zurückkehrten, vereinbarten wir für den späteren Nachmittag eine Ausflugsfahrt nach „Tossa de Mar“. Entlang der Küstenstraße fuhren wir, beeindruckt von der einmaligen Landschaft, durch Lloret de Mar (der Partymeile an der Costa del Maresme) bevor wir unser Ziel in der Altstadt von Tossa de Mar erreichten. Der etwas anstrengende Aufstieg zur Festungsanlage wurde mit einem einmaligen Panoramablick über die ganze Stadt, dem Strand und das Meer belohnt. Die Burganlage bot eine einmalige Kulisse und werden wir diese wohl bei einer der nächsten Fasnachten in Nassereith (alle drei Jahre findet in Nassereith das berühmte und weltweit bekannte „Schellerlaufen“ statt) als „Fasnachtswagen“ bestaunen können.

Für den anstrengenden Rundgang mussten wir uns mit einer Runde Eis und Kaffee direkt an der Strandpromenade belohnen, bevor wir uns am frühen Abend wieder auf die Heimreise nach Santa Susana machten.

Bei einem gemeinsamen Abendessen ließen wir diesen wunderschönen und erholsamen Sonntag bei einem Glas Wein, Sangria und... ..ausklingen.

 

Tag 4:

Jeder noch so schöne Ausflug geht irgendwann mal zu Ende…!

Nach dem gemeinsamen Frühstück machten sich alle an das Packen der Koffer – in Anbetracht der 15 kg Beschränkung der Fluggesellschaft - kein so leichtes Unterfangen!

Den restlichen Vormittag nutzten einige von uns für einen Sprung ins kühle Nass, andere für eine kleine Shoppingtour oder für ein genüssliches Eis in einem der zahlreichen Kaffees entlang der Strandpromenade.

Pünktlich um 13:00 Uhr starteten wir die Fahrt zum Flughafen von Girona – die letzte Möglichkeit um noch einmal einen Blick auf die herrliche Landschaft an der Costa del Maresme zu werfen. Die Rückgabe der Leihautos gestaltete sich problemlos, sodass wir pünktlich am Flughafen eintrafen.

Dann der Augenblick der Wahrheit: Wer hat die 15 kg Freigepäckgrenze überschritten…? Das testweise Wiegen der Koffer brachte sehr schnell Gewissheit, wer trotz sparsamster Einkäufe, nasser Badekleidung, zusätzlicher Boots im Gepäck, Probleme beim Aufgeben der Koffer bekommen würde. Hektik machte sich unter den Burning Boots breit – schließlich gelang es durch umpacken, umpacken und wieder umpacken, die angegebene Freigepäcksgrenze nicht zu überschreiten (ein weiterer Erfolg der Burning Boots in Spanien)!

Das nächste Hindernis – der Sicherheitscheck:

Linedance Gürtel, Westernboots, Hut und Buckles machten es dem Sicherheitspersonal nicht ganz einfach – trotzdem konnten wir auf Grund unseres freundlichen Auftretens davon überzeugen, dass von den Burning Boots keine Gefahr ausgeht…!

Pünktlich um 15:30 Uhr startete unser Flugzeug vom Airport Gerona und wir warfen einen letzten Blick auf das spanische Festland unter uns. Die 1 Stunden Flugzeit gingen – auch Dank der rastlosen Bemühungen der Besatzung ihr Warenangebot an Getränken, Uhren, Schmuck, Tombolalose, Zigaretten usw. an den Mann/Frau zu bringen - sehr rasch vorbei. Die angekündigten Turbulenzen blieben ebenfalls aus, sodass wir gegen 17:30 Uhr wieder sicher am Flughafen Memmingen landeten. Nach Übernahme unseres Gepäcks machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz, um unsere Heimreise mit den dort abgestellten Pkw´s anzutreten. Noch einmal etwas Aufregung – ohne Parkticket ist eine Ausfahrt nicht möglich bzw. wird teuer…. - durch gemeinsamen Bemühungen und einiger Überredungskunst haben wir auch dieses Hindernis überwunden – sodass wir die Heimreise nach Tirol nun endgültig fortsetzen können.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte legen wir auch noch die letzten Kilometer zurück, bevor wir müde aber immer noch tief beeindruckt von den Erlebnissen der vergangenen Tage, unsere Heimatgemeinde Nassereith erreichten.

Alle, die diese Reise nach Barcelona mitgemacht haben sind sich einig – es war dies nicht der letzte Tripp der Burning Boots – Fortsetzung folgt…!

Burning Boots

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